Schwangerschaftsängste

Bist du besorgt und traurig, obwohl du doch eigentlich glücklich sein solltest? Damit bist du nicht allein. Eine Schwangerschaft wird häufig von Sensibilität und Ängsten begleitet.

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Schwangerschaftsängste
Foto: Austin Guevara from Pexels

Während deiner Schwangerschaft ist es wichtig, dass du nicht allzu busy bist und dir nicht ständig Sorgen machen musst. Schwangere von heute sind oft ehrgeizige, leistungsorientierte Frauen, die davon ausgehen, dass sie ihr Leben während der Schwangerschaft im gleichen Tempo wie vorher leben können. Eventuell setzt du dich selbst sehr unter Druck, was deinen Gesundheitszustand beeinträchtigen kann. Senke deine Erwartungen, wenn du dir Sorgen machst und versuche, einen Gang zurückzuschalten. Du bist schwanger und musst niemandem etwas beweisen. Wenn du ängstlich, traurig oder einfach überhaupt nicht so glücklich bist, wie du eigentlich sein „solltest“, sprich mit deiner Hebamme und erzähle ihr, wie du dich fühlst. Angst kann bei manchen Menschen zu Depressionen führen, weshalb es wichtig ist, diese Symptome ernst zu nehmen. Wahrscheinlich brauchst du keine medizinische Betreuung, lass deine Hebamme aber wissen, wenn es dir nicht gut geht, denn sie kann dich wenn nötig an jemanden verweisen, mit dem du über deine Gefühle sprechen kannst. Wenn du glaubst, dass deine Hebamme dich nicht versteht oder deinen Bedenken keine Beachtung schenkt, kannst du jederzeit eine andere Hebamme hinzuziehen.

Wenn abnormale Angstzustände oder eine andere psychische Erkrankung bereits während der Schwangerschaft erkannt werden, ist es leichter, Depressionen oder Krankheiten nach der Geburt vorzubeugen, wo zusätzlich noch ein Neugeborenes versorgt werden muss. Daher ist es wichtig, alle betroffenen Frauen rechtzeitig aufzufangen und ihnen Hilfe zukommen zu lassen. Scheue dich nicht, über deine Gefühle zu sprechen, eventuell kommt eine Gesprächs- oder bei Beziehungsproblemen eine Familientherapie für dich/euch infrage. Forschungen haben gezeigt, dass eine angespannte Partnerbeziehung, das Gefühl, nur eine Nebenrolle zu spielen, schwierige finanzielle Situationen, Erwerbslosigkeit, Abhängigkeit, psychische Erkrankungen oder akute Krisen Faktoren sind, die hohe Risiken für eine Schwangerschaft mit sich bringen. Der Stress der Mutter kann auf das Kind übertragen werden und dessen Kortisonspiegel (das körpereigene Stresshormon) ansteigen lassen, was sich negativ auf seinen Hormonhaushalt, das Herz-Kreislauf-System oder die Immunabwehr auswirken kann.

Von schwangeren Frauen wird oft erwartet, immer glücklich zu sein, was eine echte Herausforderung sein kann, wenn es dir eigentlich gar nicht gut geht. Wenn du dich jetzt oder zu einem späteren Zeitpunkt deiner Schwangerschaft einmal in einer emotional oder anderweitig schwierigen Situation wiederfindest, in der du alleine nicht zurechtkommst, kann dies sogar Schuldgefühle dem Kind gegenüber hervorrufen, was das Stresslevel weiter ansteigen lässt. Wenn anhaltende Ängste deinen Alltag beeinträchtigen, sprich mit deinem Arbeitgeber darüber, ob es möglich ist, deinen Job deiner Situation anzupassen. Wenn dies nicht geht, frage, ob du kurzzeitig eine andere Tätigkeit zugewiesen bekommen kannst. Bitte deine Hebamme um Rat.

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