Fehlgeburt – normal und natürlich, aber traurig

Ein positiver Schwangerschaftstest ist für viele das größte Glück auf Erden: Du stellst dich auf die Schwangerschaft ein und das Leben verändert sich von einem Tag zum anderen auf fast magische Art und Weise. Bist du dann aber von einer Fehlgeburt betroffen, ist die Enttäuschung wahrscheinlich riesig groß. Die darauffolgenden Gefühle sind oft schwer zu meistern, sollten aber auf jeden Fall zugelassen werden. Du und dein Partner müssen die Trauer zulassen.

Jenny Jansson

Lesedauer: 4 Min.

Geprüft von Jenny Jansson

Lizenzierte Hebamme

Fehlgeburt – normal und natürlich, aber traurigFoto: Preggers

Alle schwangeren Frauen haben Angst vor einer Fehlgeburt, obwohl viele vielleicht denken „Uns passiert das nicht“. Trotzdem erleidet jede fünfte Frau eine frühe Fehlgeburt, das gehört einfach zum Lauf der Natur. Ebenfalls jede fünfte Frau ist aber auch von Blutungen im frühen Stadium der Schwangerschaft betroffen, ohne dass daraufhin eine Fehlgeburt folgt. Bei 20–40 Prozent treten im ersten Drittel der Schwangerschaft Blutungen auf, die keine Anzeichen für eine eventuell folgende Fehlgeburt sind.

Frühe Fehlgeburt

Als eine frühe Fehlgeburt wird der Abgang vor der 13. (12+0) Schwangerschaftswoche bezeichnet. Nach der 13. Woche (12+0) vermindert sich das Risiko signifikant. Eine Fehlgeburt beginnt oft mit einer Blutung, die sowohl stark als auch schwach sein kann. Auch Schmerzen treten häufig auf. Bei leichten Blutungen kann zuerst abgewartet, bei stärkeren Blutungen oder Schmerzen im Bauchbereich sollten aber eine Hebamme oder Arzt kontaktiert werden.

Verhaltene Fehlgeburt – Missed Abortion (MA)

Bei einer verhaltenen Fehlgeburt, auch als Missed Abortion bezeichnet, gibt der Fötus im Bauch der Mutter keine Lebenszeichen mehr von sich. In diesem Fall kann es mehrere Wochen dauern, bis die ersten Symptome in Form von Schmerzen oder Blutungen auftreten. Meistens wird eine verhaltene Fehlgeburt bei der Ultraschalluntersuchung entdeckt. Es kommt zur selben Behandlung wie bei frühen Fehlgeburten, abhängig von der Diagnose des behandelnden Arztes bei der Untersuchung mit vaginalem Ultraschall.

Späte Fehlgeburt

Als späte Fehlgeburt wird der Abgang zwischen der 13. und 22. Woche bezeichnet, tritt aber eher selten auf. Die Ursachen sind unterschiedlich und können bei der Mutter oder dem Fötus liegen. Die Natur geht ihren Gang, der sich nicht beeinflussen lässt.

Bei einer Fehlgeburt, besonders in einem späteren Stadium der Schwangerschaft, sucht die Frau oft die Schuld bei sich selbst und fragt sich: „Was habe ich falsch gemacht?“ Aber der Fehler liegt nie bei der schwangeren Frau, Fehlgeburten haben natürliche Gründe: Beispielsweise kann ein Fehler bei der Zellteilung aufgetreten sein. Dieses Phänomen kann bereits sehr früh, oft noch bevor die Schwangerschaft bemerkt wurde, auftreten, die Regelblutung verzögert sich einfach um einige Tage.

Was geschieht nach einer frühen oder verhaltenen Fehlgeburt?

Eine Fehlgeburt wird durch den Arzt bei der Ultraschalluntersuchung festgestellt, wonach die weitere Vorgehensweise entschieden wird. Oft kommt es zu einem natürlichen Abgang. Falls doch Gewebereste im Körper verbleiben, wird meist vom Arzt dazu geraten, eine oder mehrere Wochen abzuwarten, um dann eventuell eine medikamentöse Behandlung einzuleiten, die dem Körper beim Ausstoßen hilft. In eher seltenen Fällen ist eine Ausschabung notwendig.

Nach einer Fehlgeburt sollte auf Bäder, die Anwendung von Tampons und Sex verzichtet werden. Wie auch nach einer Geburt hinterlässt die Plazenta eine Wunde, die zu Infektionen führen kann.

Erneut schwanger nach einer Fehlgeburt

Es spricht nichts gegen eine erneute Schwangerschaft direkt nach einer Fehlgeburt, trotzdem ist es für viele Frauen physisch und mental einfacher, zumindest einen Menstruationszirkel abzuwarten. Diese Entscheidung liegt jedoch ganz allein bei dir.

Gefühle und Gedanken

Eine Fehlgeburt kann sich stark auf die Psyche auswirken, was völlig normal ist. Eine Fehlgeburt und die darauffolgende Trauerperiode sollten ernst genommen werden. Wenn dich negative Gedanken und Gefühle nicht loslassen wollen, solltest du unbedingt professionellen Rat suchen. Falls du nicht darüber hinwegkommst und dich das traurige Ereignis weiterhin verfolgt, ist es ratsam, die Hilfe eines Psychologen oder einer Beratungsstelle in Anspruch zu nehmen.

Jenny Jansson

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