Zwillingsfusionssyndrom: Antworten auf gängige Fragen

Was ist eine Zwillingstransfusion? Wie häufig kommt diese vor? Wie gefährlich ist das? Welche Behandlungsmethoden gibt es? Hier findest du Antworten auf die häufigsten Fragen dieser ungewöhnlichen Komplikation, die eineiige Zwillinge betreffen kann.

Jenny Jansson

2 Min. Lesezeit

Rezensiert von Jenny Jansson

Lizenzierte Hebamme

Zwillingsfusionssyndrom: Antworten auf gängige FragenFoto: Preggers

Was ist das Zwillingsfusionssyndrom?

Das Zwillingsfusionssyndrom (TTTS) kann bei eineiigen Zwillinge auftreten, die sich im Bauch der Mutter eine Plazenta teilen. Das bedeutet, kurz zusammengefasst, dass die Blutkreisläufe der Kinder miteinander verbunden sind und ein Kind als Blutspender und das andere zum Blutempfänger wird. Dadurch erhält ein Kind zu viel und das andere zu wenig Blut. Eine Zwillingstransfusion kann zu jedem Zeitpunkt der Schwangerschaft auftreten, geschieht aber am häufigsten in der 16. bis 25. Schwangerschaftswoche.

Ist das Zwillingsfusionssyndrom gefährlich?

Ja, beide Kinder können schwer erkranken oder sogar am Zwillingsfusionssyndrom sterben. Das an Blut unterversorgte Kind kann an Sauerstoffmangel leiden und bei dem überversorgten Kind kann es zu einer Herzinsuffizienz kommen – beide Symptome bedeuten ein erhöhtes Risiko für Hirnschäden. Das Risiko minimiert sich bedeutend, wenn die Komplikation früh entdeckt und dementsprechend schnell eine Behandlung eingeleitet wird. Daher sind engmaschige Kontrollen in der gesamten Zwillingsschwangerschaft gängig, vor allem wenn eine Plazenta geteilt wird.

Kann das Zwillingstransfusionssyndrom behandelt werden?

Ja, in manchen Fällen kann der Bluttransfer zwischen den Kindern durch eine Laserbehandlung gestoppt werden. Die Behandlung wird mittels eines kleinen Schnittes in der Bauchdecke durchgeführt und birgt im Normalfall kein Risiko für die werdende Mutter, bietet allerdings keine Garantie, dass die Kinder überleben und gesund zur Welt kommen.

Wie häufig tritt das Zwillingsfusionssyndrom auf?

Das Zwillingsfusionssyndrom zählt zu einer seltenen Komplikation, von der rund 10-15 % aller eineiigen Zwillinge, die sich eine Plazenta teilen, betroffen sind. Ungefähr 25-40 % aller Zwillinge sind eineiig und davon teilen sich im Durchschnitt zwei Drittel auch die Plazenta.

Wie entdeckt man das Zwillingsfusionssyndrom?

Das Zwillingsfusionssyndrom wird häufig bei einer Ultraschalluntersuchung nach einer Beurteilung der Fruchtwassermenge sowie dem Wachstum der Kinder, deren Harnblase und Blutzirkulation, entdeckt. Das Kind, welches weniger Blut erhält, entwickelt sich oft schlechter und uriniert nicht mehr, wodurch es auch weniger Fruchtwasser bildet. Das Kind, welches mehr Blut erhält, uriniert wiederum mehr und bildet daher auch mehr Fruchtwasser.

Jenny Jansson

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