Was tut die Hebamme, um Dammrisse zu verhindern?

Während einer vaginalen Entbindung kommt es insbesondere bei Erstgebärenden oft zu einem Riss im Genitalbereich. Während der Austreibungsphase können jedoch Maßnahmen ergriffen werden, die das Risiko für Risse mindern. Hebammen arbeiten aktiv daran, das Auftreten von Rissen zu vermeiden und eventuelle Verletzungen so gering wie möglich zu halten.

Ingela Ågren

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Written by Ingela Ågren

Certified midwife

Was tut die Hebamme, um Dammrisse zu verhindern?
Foto: Preggers

So versucht die Hebamme, Risse zu verhindern:

  • Heiße Handtücher: Den Damm während der Austreibungsphase mit beispielsweise einem feucht-heißen Handtuch zu wärmen, schützt sehr wahrscheinlich vor Rissen. Darüber hinaus wird die Wärme von der Gebärenden meist als angenehm empfunden.

  • Langsame Geburt: Wenn der Kopf und der Körper des Babys geboren werden, ist es wichtig, dass dies langsam vor sich geht, damit sich das Gewebe besser dehnen kann. Sobald das Köpfchen zu sehen ist, spürt die Mutter brennende, schneidende Schmerzen, die zwischen den Wehen meist nachlassen. Während der Kopf geboren wird, kann es von Vorteil sein, nicht weiter aktiv zu pressen, sondern stattdessen nur zu atmen und das Kind herausrutschen zu lassen. Die Hebamme ist während dieses Stadiums in konstantem Kontakt mit der Gebärenden und kann sie hierzu anleiten. Oft hält sie auch eine Hand auf den Kopf des Babys, um das Tempo zu verlangsamen, wenn es zu schnell geht.
  • Perinealer Schutz: Die Hebamme hält eine Hand auf den Damm (Perineum), um das Gewebe zu stützen. Die andere Hand liegt auf dem Kopf des Babys, um die Geschwindigkeit der Geburt zu steuern. Der Erfolg dieses Perineumschutzes ist nicht bewiesen, wird aber für jede vaginale Entbindung empfohlen.
  • Wahl der Geburtsposition: Die Geburtsposition sollte es der Hebamme ermöglichen, perinealen Schutz leisten zu können und den Damm gut im Blick zu haben. Vierbeinige oder seitliche Stellungen können den Druck auf den Damm entlasten, die Geburtsfortschritte aber auch verlangsamen.
Ingela Ågren

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