Wochenbettdepression

Depressionen nach der Geburt eines Kindes sind ein natürliches Phänomen. Etwa jede zehnte Frau ist nach der Schwangerschaft und Entbindung davon betroffen.

Ingela Ågren

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Written by Ingela Ågren

Certified midwife

Wochenbettdepression
Foto: Sydney Sims on Unsplash

Auch der andere Elternteil oder Adoptiveltern können eine Depression erleiden, sobald das Kind da ist. Im Unterschied zum Baby Blues dauert diese deutlich länger an und man fühlt sich täglich und für mindestens zwei Wochen niedergeschlagen. Oft beginnt die Depression im Laufe der ersten drei Monate nach der Geburt des Kindes, kann sich aber auch jederzeit während des ersten Jahres nach der Entbindung entwickeln.

Folgende Symptome können auf eine Depression hinweisen: Niedergeschlagenheit, keine Lust auf Dinge, die man für gewöhnlich gerne macht, Hoffnungslosigkeit, Schuldgefühle, Angst, Unruhe, Schlafstörungen, fehlende Fürsorge für das Kind, Gedanken daran, sich selbst oder dem Kind zu schaden, sowie das Gefühl von Wertlosigkeit.

War man früher bereits von Depressionen betroffen, besteht ein erhöhtes Risiko einer postpartalen Depression. Auch wenn die Schwangerschaft und/oder die Geburt schwierig waren, man Unterstützung von Seiten des Partners oder anderen Nahestehenden vermisst, das Kind sich nur schwer füttern lässt, schlecht schläft oder viel schreit, man grundsätzlich kein Kind haben wollte, oder man an seinen Fähigkeiten zweifelt, für das Kind sorgen zu können, ist es wahrscheinlicher, nach der Entbindung von einer Depression betroffen zu sein.

Je früher eine Behandlung in Anspruch genommen wird, desto schneller kann sich die Situation bessern. Bei frühzeitiger Diagnose stehen auch die Chancen, schnell wieder gesund zu werden, besser. Hilfe findet man in Gesundheits- oder Beratungszentren, bei Hebammen oder durch psychotherapeutische Maßnahmen. Allen Müttern wird empfohlen, sechs bis acht Wochen nach der Entbindung einen Fragebogen wie beispielsweise

Edinburgh Postnatal Depression Scale (EDPS) auszufüllen. Darin sind Fragen zum Allgemeinbefinden enthalten, die Depressionen bei frisch gebackenen Eltern schneller erkennen lassen. Anhand dieses Formulars werden die Antworten dann mit einer medizinischen Fachkraft besprochen, was auch eine gute Gelegenheit zum Aussprechen sein kann, wenn man sich nicht wohlfühlt.

Die Behandlung von Depressionen erfolgt zumeist durch eine Gesprächstherapie, zum Beispiel mit einer Krankenschwester oder einem Psychologen. Zusätzlich können auch Medikamente zum Einsatz kommen. Die meisten Depressionen verschwinden nach sechs Monaten, in Einzelfällen kann dies aber auch längere Zeit in Anspruch nehmen kann.

Ingela Ågren

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