Angst vor der Geburt

Angst, auch Angst vor Schmerzen, ist ein natürlicher Teil des Lebens. Geburtsschmerzen können sich aber auch wie eine positive Kraft anfühlen, ein Motor, der den Körper antreibt und dich auf deine Aufgabe konzentrieren lässt.

4 Min. Lesezeit

Angst vor der Geburt
Foto:Alexandra Gorn on Unsplash

Ja, es tut weh, ein Kind zu gebären. Der erste Schritt ist es zu akzeptieren, dass dies Teil des Prozesses ist. Geburtsschmerzen sind auch etwas ganz besonderes und im Grunde positiv. Du stehst am Rande von etwas sehr Großem und gleichzeitig völlig Unbekanntem, weshalb es kein Wunder ist, wenn du dir Sorgen machst. Du weißt, dass es weh tun wird, gleichzeitig kannst du dir aber nicht vorstellen, wie es sich anfühlt, um welche Art Schmerz es sich handelt und wie die Geburt genau vor sich gehen wird. Während der Schwangerschaft kann die Angst, dass dem Kind während der Geburt etwas passieren könnte, stark ausgeprägt sein. Dies ist dein natürlicher Beschützerinstinkt, der dich auf deine kommende Mutterschaft vorbereitet. Denke daran, dass das Baby mit unglaublichen Ressourcen ausgestattet ist, um die Strapazen der Geburt zu überstehen und dass ernsthafte Komplikationen die Ausnahme sind.

Ein weiterer natürlicher Grund für Angst oder Sorgen ist, dass du die Kontrolle verlieren oder dir selbst etwas passieren könnte. Bald wirst du einen neuen kleinen Menschen gebären, weshalb es absolut gerechtfertigt bist, dass du sicher gehen möchtest, auch nach der Geburt noch für ihn da sein zu können. Angst vor der Geburt zu haben ist also sowohl normal als auch natürlich. Lerne, mit deiner Angst umzugehen und versuche sie zu verstehen und zu akzeptieren, damit du nicht in Panik verfällst, denn dies würde deine Lage nur verschlechtern.

Bereite dich darauf vor, dich verschiedenen Ängsten zu stellen, indem du aktiv deinem ersten, instinktiven Impuls widerstehst. Anstatt deinen Körper anzuspannen und schnell und laut zu atmen, entspanne dich und atme sanft, ruhig und lautlos ein und aus. Deine Atemtechnik zu trainieren, kann dir während der Entbindung von großem Nutzen sein. Betrachte den Schmerz als ein Werkzeug oder eine Kraft, die dazu da ist, dich durch die Entbindung zu treiben. Versuche, den Schmerz als Phänomen, das mit einer Belohnung – deinem Kind! – verbunden ist, zu akzeptieren. Ein Prophylaxekurs kann eine gute Geburtsvorbereitung sein, da er sowohl dich als auch deinen Partner deutlich beruhigen und besser auf die Geburt eures gemeinsamen Kindes vorbereiten kann.

Wenn du Schmerzen in biologischen Schmerz und gefühlsmäßigen Schmerz aufteilst, bekommst du ein besseres Verständnis dafür, was der Unterschied zwischen den beiden ist und kannst dich besser vorbereiten. Visualisiere den Schmerz als einen Zeitraum von 60 Sekunden, dann verstehst du, dass er ein Ende hat und nicht ewig andauern wird. Zwischen den Wehen liegt immer eine Ruhephase, anfangs noch lang, zum Schluss kurz, aber eine jede Wehe hat einen Anfang und ein Ende, ganz egal wie stark sie ist. Diese Einsicht kann dir helfen, sie durchzustehen. Biologische Schmerzen bestehen aus Schmerzrezeptoren und Nerven im Körper, die den Schmerz an das Gehirn weiterleiten. Gefühlsmäßige Schmerzen sind sehr individuell, denn unser Schmerzempfinden ist in hohem Grad von unserem psychischen Zustand beeinflusst. Wenn du zu Depressionen und Ängsten neigst, kann das Schmerzempfinden stärker sein, ebenso wie wenn du die Zuversicht verlierst. Wenn du dich dahingegen ruhig und geborgen fühlst und auf deine Umgebung vertraust, kannst du besser mit den Schmerzen umgehen. Wenn es dir gelingt zu denken „es tut weh, aber es ist nicht gefährlich, ich habe keine Angst“, hast du es geschafft. Wehen sind nicht wie Schmerzen in anderen Situationen, sie sind keine Bedrohung.

Wenn du während der Entbindung schmerzstillende Medikamente benötigst, hast du das volle Recht dazu und erlebst mit Sicherheit keine Niederlage. Sprich mit deiner Hebamme, denn sie kann dir dabei helfen, dich vorzubereiten. Traue dich, während der Entbindung auf die Kompetenz des Personals zu vertrauen. Denke daran, dass Geburtsschmerz ein natürlicher Schmerz ist, der einen Sinn hat, nämlich dir dabei zu helfen, Kraft zu sammeln, dich zu konzentrieren und deine Aufgabe zu erfüllen.

Preggers

Bewertung von Preggers