Mit der Beikost anfangen

Fühlst du dich motiviert oder befürchtest du eher eine schwierige und vor allem klebrige Angelegenheit? Hier haben wir die wichtigsten Informationen gesammelt, du die kennen musst! Wahrscheinlich merkst du bald, dass alles gar nicht besonders kompliziert ist und dass gar nicht so viel falsch laufen kann. Es gibt dennoch einiges, das du tun kannst, um eine gute Grundlage für die Zukunft zu schaffen.

Sara Ask

5 Min. Lesezeit

Geschrieben von Sara Ask

Lizenzierter Ernährungsberater

Mit der Beikost anfangenFoto: Preggers

Wann kann ich beginnen?

Wenn dein Baby deinen Bissen schon früh begierig mit den Augen folgt und auch im Allgemeinen interessiert an Essen zu sein scheint, kannst du dieses Interesse gerne ausnutzen und bereits ab 4 Monaten anfangen, kleine Kostproben zu geben. Aber keine großen Mengen, denn das Ziel ist es nicht, das Essen mit dem Stillen/Muttermilchersatz konkurrieren zu lassen. Es soll nur ein Vorgeschmack sein von dem, was kommt.

Hast du ein Baby, das lieber die Brust oder die Flasche bekommt, gibt es keinen Grund zur Eile: Muttermilch oder Muttermilchersatz liefern zusammen mit Vitamin-D-Tropfen alle Nährstoffe, die ein Baby während der ersten 6 Monate benötigt. Danach ist es jedoch Zeit, mit der Beikost anzufangen, unter anderem, damit das Baby ausreichend Eisen aufnimmt.

Was kann ich geben?

Das meiste Essen, das eine weiche Konsistenz hat, kann gegeben werden, zum Beispiel weich gekochtes Gemüse, Lachs, Hühnchen, Kartoffeln, gekochte rote Linsen, Brei, Blutpudding, Obst und Beeren. Denke immer daran: Je mehr Geschmäcke und Konsistenzen das Baby während seines ersten Lebensjahres probieren darf, desto besser! Durch das wiederholte Probieren lernen Kinder neues Essen zu schätzen. Allgemein gilt, je jünger das Kind, desto weniger Kostproben benötigt es, damit ein Geschmack "hängenbleibt", aber das kann von Kind zu Kind stark variieren.

Am Anfang ist es normal, dass das meiste Essen wieder aus dem Mund das Babys herauswandert, manchmal unter großen Grimassen – aber das bedeutet nicht, dass das Baby das Essen nicht mag: Es muss erst lernen, seine Zunge auf eine andere Art und Weise zu bewegen, um das Essen nach hinten zu befördern. Verschiedene Babys brauchen unterschiedlich lange, um das Essen zu erlernen, genau wie es unterschiedlich lang für Kinder dauert, bis sie gelernt haben zu krabbeln, zu laufen und zu sprechen. Schwedische Forschungen zeigen, dass manche Babys von einem Löffel Nahrung zu einem Deziliter in einigen Tagen übergehen, während andere für dieselbe Entwicklung ein halbes Jahr benötigen – und daran ist nichts Ungewöhnliches.

Der Würgereflex – gut zu wissen

Der Würgereflex ist einer von mehreren Reflexen, die das Baby hat, um zu verhindern, dass ihm etwas im Hals steckenbleibt. Würgen wird leicht falsch interpretiert und schnell angenommen, dass das Kind sich verschluckt. Versuche dennoch erst einmal abzuwarten und zu sehen, wie das Baby mit der Situation umgeht, oftmals löst das Baby ein solches Problem nämlich ganz alleine. Zu würgen ist ein Schritt auf dem Weg, das Essen zu lernen.

Bei manchen Kindern ist der Würgereflex so weit vorne im Mund angesiedelt, dass sie schon bei der kleinsten Unebenheit in der Nahrung würgen. Normalerweise gibt sich das mit der Zeit, sollte das Problem aber weiterhin bestehen, kann euch die Kinderärztin an einen Logopäden weitervermitteln. Diese kennen sich mit dem Essverhalten von Kindern aus und können euch weiterhelfen.

Gibt es etwas, das ich vermeiden sollte?

Vermeide es, Honig oder Essen zu geben, das im Hals des Babys steckenbleiben kann, so wie ganze Nüsse, Wurststücken, Weintrauben oder Kirschtomaten. Gehe sparsam mit Salz um, denn für ein Baby ist es schwierig, eine hohe Salzaufnahme selbst zu regulieren. Warte mit Rote-Bete-Saft und grünem Blattgemüse, bis das Baby ein Jahr alt ist. Keine Panik, wenn das Baby doch einige Bissen davon isst, eine kleine Kostprobe stellt keine Gefahr dar. Vermeide grüne Kartoffeln, unpasteurisierte Milch, Reisgetränke und Reiscracker, da diese Stoffe enthalten, die weder gut für Babys noch für ältere Kinder sind. Warte auch ab mit Eis, Kuchen, Süßigkeiten und anderen Lebensmitteln, die gut schmecken, aber keine Nährstoffe liefern. Gib noch keine normale Kuhmilch als Getränk. Milch enthält zwar viele Nährstoffe, aber kein Eisen, welches einer der wichtigsten Nährstoffe für ein Baby ist. Gewöhne das Baby daran, zu seinen Mahlzeiten Wasser zu trinken.

Wenn du den Verdacht hast, dass dein Baby nahrungsbedinge Beschwerden hat wie zum Beispiel Ekzeme, Bauchschmerzen, Durchfall, Verstopfung oder Erbrechen, kontaktiere einen Arzt, um zu klären, ob es sich um eine Allergie handeln kann, die näher untersucht werden muss. Bei Babys kommen Allergien gegen Milch und Eier am häufigsten vor. Die Symptome können von Kind zu Kind variieren und manchmal dauert es einige Zeit, bis man feststellt, dass das Kind eine Allergie hat.

Wie soll ich Beikost geben?

Viele geben Beikost in Form von Püree, gekauft oder selbst zubereitet, aber nicht alle Babys mögen das Konzept, gefüttert zu werden. Dann können Häppchen oder die Baby-Led-Weaning-Methode (BLW) besser funktionieren. Diese beruht darauf, dass man gekochtes oder gebackenes weiches Essen serviert, welches das Baby in der Hand halten und daran nagen kann. Zähne sind hierfür keine Voraussetzung, das Baby kann das weiche Essen auch am Gaumen zerdrücken.

Unabhängig davon, wie du dich entscheidest, dein Baby an das Essen zu gewöhnen, ist es wichtig, das Baby während der Mahlzeit immer zu beaufsichtigen. Esst am besten zusammen, damit das Kind sieht, dass Essen gut und lecker ist. Du bist das wichtigste Vorbild für dein Baby!

Sara Ask

Geschrieben von Sara Ask

Lizenzierter Ernährungsberater

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